27.12.2018

Schlussfolgerungen über die Ewigkeit

Jetzt spricht Zurvan

Denken wir von dem was kommen wird?

Oder von dem was war?

Oder gar davon was ist?

Das, warum es ist, liegt gleichermassen in der Vergangenheit und Gegenwart.

Also, wenn wir reden, so von dem was erklärt warum etwas so ist, – die Genesis.

Und es ist so, weil es auf dem Weg in einer erwarteten Zukunft liegt, von deren Abklatsch wir unter Kompromissen das für uns Bestmögliche gemacht haben.

Das Jetzt ist eines von unendlich Vielen die in der Vergangenheit waren und in Zukunft sein können, als immerneues Werden.

Und es ist deshalb jetzt, weil es nie Bestand hat in der Zeit, und vergehen muss, um Kraft und Platz für neues Werden zu geben.

So habe ich meine Rede beendet und werfe all die Dinge die ich vermeinte halten zu wollen, vor und hinter mich.

Denn die Dinge zu bekommen ist schöner als sie zu haben!

Vergiss den Moment nicht, wenn du ihn für die Zukunft opferst bleibt nur die Vergangenheit.

Du bist ein Teil von allem, aber nicht wenn du lebst!

Du kannst nicht so handeln wie du denkst, aber das Denken kann dein Handeln begleiten.

Das letzte in einem Leben wird selten die Tat sein, eher ein Gedanke.

Das erste im Leben ist die gedankenlose Tat.

Die Welle bricht, eine von unendlich vielen, sie türmt sich auf vor dir, du kämpfst dich durch, oder wirst mit ihr mitgerissen, oder lässt dich in ihr an Land treiben.

Wie die Gischt des Lebens umhüllt dich weisser schaumiger Dunst, immer neu treibts dich irgendwo hin.

Deine Kämpfe sind vergebens, denn Woge auf Woge kommt dir unerbittlich entgegen.

Und wenn du weit genug hinaus gerätst breitet sich unendliche Fläche aus.

Du mittendrin, unerfasst, unbestimmt.

So das Ich im Leben, wenn es seine kleinen Kreise verlässt.

Könnte die Zeit enden, dann wäre alles umsonst gewesen.

Denn nur das Wiederkehrende bleibt in seiner Wiederkunft

durch das andauernde Verschwinden.

Ob oder ob nicht, das ist doch obsolet.

Aus jedem Gedanken erwächst eine Kette von Vorstellungen, Bildern, Empfindungen, je nach Stimmung auf die Vergangenheit oder Zukunft gerichtet.

Wie Dominosteine purzelt das Denken an einer assoziativen Linie entlang.

Diese wird immer wieder durchschnitten mit pragmatischen körperlichen Handlungen und Bedürfnissen, wie Schlaf, Nahrungsaufnahme, Schmerz, Wärme, Käte etc.

Unendlich könnte die Reihe der Assoziationen sein, wenn sie nicht gestoppt wird.

Aber die Zahl der auf sie gründendenen Wahrnehmungen, mit der dann die ganze Phantasie spielt, – ist begrenzt, theoretisch rechnerisch zu ermitteln.

Aber die Kombinationsmöglichkeiten unter verschiedenen zeitlichen Voraussetzungen?

Im Wahnsinn des Geistes werden Wege zu Zielen gebaut, die einer gar nicht so absurden Hoffnung entspringen, dem Wunsch das alles mal so werden wird, wie es man sich in den kühnsten Phantasien ausgemalt hat.

– Verdächtig!!

Denn dann erscheint auch das Weltbild einer unendlichen Vielfalt mit Variationen von Wiederholung wie der Wunsch als Vater des Gedankens.

Rue de Noire

Und alles was ich denke, bin ich, werde ich gewesen sein. (frei nach Descartes)

14.12.2016

Konsequenter Nihilismus gegen den verderbenden Einheitsgedanken

Über mein Ich habe ich sehr viel, vielleicht zuviel geschrieben, aber es ist das was wahrnimmt mit all seinen Werkzeugen, Verbinfungen knüpft und Schlussfolgerungen auf sich selber zieht. Es erholt sich nur selten in den kosmischen Fragen von unendlichem Raum und Zeit. Denn nur dort ist es aufgelöst, fern, nicht mehr als Sklave der Zeit nur vertikal ausgerichtet, denn auch die Erinnerung ist nur vertikal zu verstehen.

Was nicht mehr ist, hat man gesehen.

Was kommt, ahnt man.

Was ist, weiss man.

Was man will wird dem Alter unzugänglich, ausser man nimmt Abstand vom Körper und Körperlichem, – also bleiben dann nur noch die geistigen Getränke!

Letztere können zweierlei bewirken, entweder das Versinken in sich selbst oder das Auflösen in der Ferne von Raum und Zeit, und auf dem Weg zu einer Richtung entstehen manchmal interessante Gedanken.

Wieviel Dinge, Beziehungen, hat man im Leben angefangen, und wie wenig ist daraus entstanden!

Das zeigt auch das Gemeinschaft eine Illusion ist, gefüllt mit leeren Versprechungen.

Verantwortung, ein lächerliches Wort, da klingt schon diensteifrige Reue mit.

Wenn man zu seinem Ich und zu seinen Taten nicht jederzeit ja sagen und dazu stehen kann, sollte man gleich aufhören zu handeln!

Die üble Schimäre von einem Ziel möchte immer, besonders von gesellschaftlicher Seite, wie ein Damoklesschwert, das Leben vergällen, – das lasse ich nicht zu!

Auch wenn ich zu Beginn meines Bewusstseins das Hangeln nach Zielen eingeprägt bekam, im Laufe der Zeit habe ich verstanden das es kein wirklich dauerhaftes Ziel gibt.

Zwar ziehen die Steine, die in den See hineingeworfen werden ihre Kreise, aber auch viele Steine versinken im Sumpf und gehen ohne Auswirkungen einfach unter.

Die Illusion, so wichtig sie ist für das Handeln, wird einst gebrochen werden und das grosse Spiel beginnt wieder von Neuem.

Zu Lebzeiten dies zu Erkennen macht die Würze des Handelns aus, da schwingt dann mehr als ein Hauch von Freiheit mit.

Freiheit, einen Weg von vielen zu wählen ohne ihnen zwingende und nachhaltige Folgen beizumessen, den all die Wege werden wir sowieso im Laufe der unendlichen Zeit vergessen.

Das ich heute darüber nachdenke, ist kein Beleg für ein irgendwie geartetes kosmisches Bewusstsein, nur eine Form der Ahnung der nie enden wollenden Vielfalt möglicher Konstellationen.

Und selbst wenn das Leben eines, meines Ichs einmalig wäre, würde es dasselbe bedeuten, nämlich nichts!

Deshalb ist die wahre Philosophie, wie Platon sie charakterisiert, Einübung ins Sterben.

Zu verstehen das man stirbt um dem ewigen Wandel Platz zu lassen.

Das wäre dann ganz theosophisch ausgedrückt, der Gott welcher sich aus Langeweile zerteilt hat, in einzelne kleine meist unbefriedigte Partikel, welche nach der Zerteilung nie mehr zusammenfinden können. Das wäre die eigentlich Erbsünde welche so ein imaginärer Gott begangen hätte.

Deshalb ist die Idee eines solchen, sich selbst sprengenden Gottes genau so unsinnig wie ein gelangweilter, allmächtiger in sich selbst zuckender Gott.

Dies ist vermutlich die schrecklichste Illusion der Menschen, anzunehmen das es ein ursprünglich Eines gäbe, das ist wahrer Irrglaube, da war der Wunsch der Vater des Gedankens, ein Wunsch der NUR aus dem Bewusstsein der Sterblichkeit entstand.

Und deshalb gebären die Menschen sich als Huren der Zeit, um dem imaginären hypothetischem Einen zu huldigen, Pflichten und Gründe in ihrer Vergänglichkeit zu finden, welche nichts anderes sind als Ohnmacht vor der so erst entstandenen Einsamkeit.

08.07.2014

Katharsis zur Sonnenwende

 

Zu wüten in sich selber und um sich herum, wie ein Berserker, dionysisch die Frage nach jeglichem weiteren Sinn zu zerstören, ist wie der Kampf eines einsamen Gottes gegen seine gesamte Umgebung.

 

Unreligiös betrachtet, ist es immer wieder das eigene Fundament und die der Anderen als auf Sand gebaut zu entlarven, es bleibt der Wind und der Staub seiner Selbst, welches in die endlose Zeit diffundiert, als Fragezeichen.

 

Wo die Frage, die scharfe Frage nach jeglichem weiteren Sinn, ähnlich wie das nie enden wollende Fragen des Kindes auf eine Erklärung „und warum ist das so?“, herkam, das ist vermutlich meine letzte Frage, welche ich weder in mir selber, noch in meinem Umfeld beantwortet finde.

 

Wie deutlich wird mir da immer wieder der Spruch des Anaximander:, den Preis zu zahlen für sein Dasein, welches letztlich immer ein Unrecht gegen die Zeit darstellt, weil man nicht Teile der Welt für sich aneignen kann, ohne das sie einem wieder entzogen werden, nach der brutalen Ordnung der Zeit.

 

Es ist womöglich meine Rebellion gegen die Ordnung der Zeit, welche durch und durch sinnlos ist, da die Zeit immer die Existenzen besiegen wird, früher oder später, durch dieselben Mittel, welche ein Ich zum Dasein verholfen haben.

 

Anspruch, Distanz und Macht im Bezug auf den Moment führt zur Schwächung in der Zeit.

 

Deshalb verstehe ich auch Laotse sehr gut in diesem Zusammenhang.

 

Er sagt:, wolle nichts, verlasse dein Ich friedlich zu Lebzeiten und vereinige dich mit der endlosen Zeit ohne Widerstand, weil es nichts zu erreichen gibt, was die Zeit nicht schon in ihrer Unendlichkeit geschaffen hätte.

 

Schön wärs, wenn manches nur einmal geschehen würde.

 

Die Phantasie in der dunkelsten Stunden kann sich höchstens noch die immerwährende Qual nach der inneren Zerstörung ausdenken.

 

Die Freiheit dann könnte auch im Augenblick des Scheidens liegen, ein Loslassen von einem rebellischen nutzlosen langen Kampf in die lange Vergessenheit –

 

wenn da nicht Nietzsches Gedanke auftauchen würde, weniger der der ewigen Wiederkehr , welcher als Damoklesschwert in den letzten Zügen über einem hängen würde, vielmehr sein ebenso klar formulierte Ausspruch das zwischen dem Tod und dem Entstehen eines neuen Bewusstseins weniger als ein Augenblick liegen würde.

 

Und die wenigen Menschen um einen herum, welche meinen man müsse noch weiterleben, aber ohne Kampf …

 

was soll das dann sein?

 

Eine Marionette der Zeit?

 

31.12.2013

Wirklichkeit, Information und Wiederholung

Die Frage ist, ob, , worüber nachgedacht wird, in Bildern, Visionen, Ängsten, Vorstellungen, Träumen, dies alles schon stattgefunden hat, weshalb wir die Kombinationsmöglichkeiten überhaupt durchdenken können?

Die Frage, speichern von Information und Weitergabe.

Und wenn wir einen Urknall denken können, mit extrem komprimierter Materie, und dann auch den Weg weitergehen und die extrem verdünnte Materie im Raum denken, welche im Moment der Auflösung sich wieder komprimiert, wie Implosion und Explosion, und auch das zyklische davor und danach, dann sind Informationen dauerhafter als Fakten!

Im sokratischen Kehrschluss, dann sind Fakten keine Informationen, sondern nur Manifestationen davon!

31.12.2013

Zeit und Erkenntniss

Wissenschaftlicher Wahrheitswahn

 

Die Vergangenheit steht der Zukunft nicht unbedingt im Wege, aber sie gestaltet diese erheblich.

 

Das heisst was wir als Zukunft vermeinen zu sehen ist eine Fortführung der Vergangenheit nur mit wenigen formalen Variablen.

Also der Vergangenheit weniger Bedeutung einzuräumen, sie als zufällig und nicht als bestimmend zu begreifen.

Die Öffnung für Zukunft ist nur durch Loslassen von der Vergangenheit möglich, aus der Vergangenheit zu lernen ist wie diese mit anderen Mitteln fortzuführen.

An Kreuzungen des Lebens zu stehen ohne mit der vergangenen Erfahrung zu reagieren/handeln, ist eventuell dumm und naiv, aber der Trotz ist der einzige Weg sein Ich nicht aufzugeben in einem schon in der Vergangenheit angelegten Schema.

 

Die Einen meinen es geht um Glück, Zufriedenheit, Freunde im Leben, –

Nein, es geht um gar nichts Festes, nur um das Spiel des Ichs mit der Aussenwelt in all seinen schillernden Facetten.

 

Sicher, das Ich gestaltet sich aus der Vergangenheit, aber eher daraus WIE man mit der Vergangenheit umgeht, ob man sie als übergeordnete Instanz aktzeptieren will, oder ihr nur assoziativen Charakter einräumt.

 

Aus interessanten, heftigen, lust- oder leidvollen Erfahrungen in der Vergangenheit braucht man nicht zu lernen, sondern hat sie als extremen Kampf des Ichs mit der Aussenwelt intensiv genossen, erlebt oder erlitten, und kann sie als Monumente des eigenen Ichs so stehen lassen, ohne daran herumzudeuteln oder wichtige Schlüsse für die Zukunft daraus zu ziehen.

 

Nichts wiederholt sich in einem Leben so genau, das man daraus einen zwingenden Schluss für die Zukunft ziehen könnte, – Hinweise, Ahnungen, – ja, Lernen – eher utopisch, als wenn wir ein mechanisch – logisches Denkwerk in einer mechanisch – logischen Umgebung wären.

 

Die Naturkräfte walten nicht  nach unseren Vorstellungen oder Berechnungen, wir versuchen sie so zu definieren, aus einer Statistik eine Wahrheit zu erstellen und setzen zu unserer Angst bestenfalls unser Wollen als Werkzeug ein, mit dem wir willkürlich die Ungewissheit bearbeiten.

Glauben kann man daran, an physikalische Prozesse , welche unseren Beobachtungen entsprechen, doch handelt es sich vielmehr um einen schauspielerischen Kompromiss wo unsere Beobachtungen jederzeit den neu wahrgenommenen Prozessen angepasst werden und zu modifizierten Schlüssen führen, was keinesfalls eine Annäherung an Wahrheit bedeuten könnte.

 

Wenn man sich schon selbst etwas vorspielen kann, was spielen dann erst Andere einem vor??

31.12.2013

Zwischen den Welten, oder kein deterministisches Faktum

 

Die Zeit gedacht neuerdings als von der Bewegung abhängig.

Materie die sich im Raum unruhig aufhält und wandelt.

Wäre sie starr könnte sie sich nicht ändern.

 

Wie kommt man beim ewigen Verändernn dazu etwas als Gegenwart zu empfinden?

Nur durch Vergessen.

Die Maximalform dieses Vergessens wird im tierischen „Orgasmus“ angenommen, nun vielleicht auch in „Alzheimer“.

 

Leben und doch für einen Moment in der Starre zu verharren.

 

Der Schlaf auch als anscheinendes Symptom des Vergessens.

Richtig, die Zeit wird da ausgeschaltet im Traum, es gibt eine Abfolge von Szenen also doch wieder eine Bewegung, aber ohne sie messbar, voraussagbar zu machen.

Der Tod mit seinem oftmaligen Klammern ans Leben, an den letzten Atemzug, eher wenig geeignet.

 

Beim totalen Vergessen verschwindet auch der Moment, das Jetzt, weil er sich in den Anfang ausdehnt.

 

Wenn man weit genug in die Ferne zu blicken vermag tritt Gegenwart immer mehr zurück, man muss sich förmlich dazu überreden sich ihr hinzuwenden und braucht immer stärkere Stimula.

Jeder würde jetzt sagen,: ist es vielleicht nicht umgekehrt?

Egal, ohne Stimula würde die Gegenwart nur als solche bleiben oder der Gedanke an die unendliche Zeit einen jeden Moment im Keim ersticken.

Hinter der Ferne wieder eine Gegenwart zu finden und sich drin ohne Drang nach weiterem ausruhen zu können, – eine Illusion des müden Menschen, Asketen, Gläubigen.

Die Ahnung von so etwas könnte schon völlig genügen.

 

Gegenwart bedeutet sich mit etwas so intensiv zu beschäftigen das man die Zeit dabei vergisst!

31.12.2013

Zeit und Ich

Die Zeit rennt davon mit mir, und immer noch möchte ich das Gespenst von Glück, Befriedigung, Lösung menschlichen Handelns erhaschen.

Von Moment zu Moment hangelnd und unter mir der Abgrund der Sinnlosigkeit und Vergeblichkeit.

 

Das Wollen und Handeln so zu konstruieren, das es aufgrund zielgerichteter und „nachhaltiger“ Ergebnisse eine Grundstimmung von Richtig bekommt, ist falsch angesetzt.

 

Die wenigen losgelösten Stunden vom Ich sich schwer erkaufen ist Freiheit des Überflusses, die Freiheit der Not besteht im Überwinden von pragmatischen Problemen, welche so nie gelöst, nur verschoben werden.

Erst verschiebt man aus Lust am Moment, später aus Angst vor Langeweile, schliesslich aus Schwäche.

 

Zu seinem Ich und dessen Auswirkungen bedingungslos ja zu sagen bedeutet alles auf einen selbst gerichtet zu reduzieren.

Und von sich selbst ausgehend, der Gott im Spiel will letzteres unendlich gestalten.

Ein sterblicher Gott spielt mit seinem Leben.

 

Die Hierachie des Glaubens, zeitlich und vom Rang der Erlösung betrachtet, erinnert an die russische Babuschka,  nur umgekehrt, – vom Kleinsten ausgehend immer neue, grössere beeinflussende Strukturen zu entdecken.

Das diese Strukturen kein Detailinteresse haben ist offen einsichtig und klar anhand von mannigfaltigen Erfahrungen nachvollziehbar.

Je weiter man dringt, im Überstülpen grösserer Babuschkafiguren, umso mehr entfernt sich die gespürte Betroffenheit eines „höheren“ Willens.

 

Transzendenz, ein Mittel als Schlaftablette.

 

Freiheit ist nicht von Oben gegeben zu suchen, sondern liegt ganz unten, im gegen eigentlich alles rebellierenden Ich.

Wenn letzteres immer wieder Oberhand bekommt, kämpft Ich gegen Zeit oder Zeit gegen Ich.

Der Gewinn liegt einerseits im Moment und andererseits in der Vernichtung, welche beendet aber nicht siegt, da jeder Sieg nur ein Gewinn ist, wenn der Verlierer noch als solcher ersichtlich existiert.

 

Moment und Vernichtung verschwindet beides gleichermassen, ohne Ich keine Wahrnehmung von Zeit, und ohne Zeit kein im Moment sich versteckendes Ich.

 

Schachmatt beiderseits und Nichts hat den nächsten Zug.

31.12.2013

Wege ohne Schatten und Horizont

 

Klein und gross, weit und breit, eng und kurz, schnell und langsam, tief und hoch.

Eckpunkte des menschlichen Lebens woraus gut und böse gebastelt wird, Ziel und Vernichtung.

Gewissheit ist noch nichtmals im eigenen Empfinden sicher, von Denken und Erkenntnis mal ganz zu schweigen.

 

Fremd und bekannt, alt und neu, zwischen den unzähligen Polen stolpern wir einher, den Willen zu verlieren ist die scheinbar einzigste Gefahr für unser Leben.

 

Leben zu opfern, eine mögliche Vision, den Gedanken an den Tod durch Illusionen zu verdrängen, eine Sache des Glaubens.

 

Die Realität, nüchtern oder im Rausch betrachtet, führt zum Ausgangspunkt, zum Ich zurück.

Der betrachtende Beweger, ein Ich ohne Leben.

Das Leben ohne Ich ein leeres Schauspiel.

Ein Theater ohne Spieler ist die Bühne der Zeit, Handlungen in Phasen gedacht,  wenn man den Film schneller spult in der Abfolge den Unsinn dokumentierend.

 

Der Moment kann die brutalste Verneinung des Lebens sein, weil er nichts davor und danach zulässt.

Selbst ein Ich ist da in der Reflexion nicht willkommen.

 

Schwer und leicht, still und laut.

Der Kampf um den Ausgleich, – auswegloses Disaster.

 

Verlust und Gewinn, Haben und Sein, ein Tausch ohne Mehrwert.

 

So der Mensch, möge er den Weg ins Vergessen finden!

Die Erinnerung hat ihm nichts erklärt, nur eine Unmenge von Grenzen aufgezeigt die keine Gültigkeit haben.

 

Auf dem Weg zu den Sternen stürzt der Mensch in den Müll, die Perlen die er da sucht machen ihn zur Sau.

Erst den Abfall durchkämmen bevor die Sterne im Glanz der Perlen den Blick versengen, dann mag der Wille brennen.

 

Die Erinnerung wird in Träumen partiell wiederholt und modifiziert, da wir im wirklichen Leben zu feige sind, andere als gewohnte Schlüsse aus der Vergangenheit zu ziehen.

31.12.2013

Vorher – Nachher

 

Der Pendel menschlichen Empfindens.

Das Streben zu einem Ziel im „besten“ Falle das Erreichen, und dann? – die Ernüchterung.

Der Punkt des Erreichens ist so kurz, ein Moment, Dauer hat nur das Streben dahin.

 

Das Danach ist eine erschöpfende Müdigkeit, wo oft gefragt wird: Wozu das alles?

Hochgesteckte Ziele führen zu längerem Streben in der freudigen Erwartung.

 

„Der Weg ist das Ziel!“, solange so gedacht und gehandelt wird hat man zwar viel vom Leben verstanden, aber wenig von seinem Ich.

Der Weg ist erwartungsvolle Freude, welche, wenn nie volständig erfüllt, einen immer wieder die Lust, Gier, den Trieb zum Weiterzappeln vermittelt.

 

Verfehlte Ziele sind leichter zu ertragen, da die Hoffnung stirbt.

Erreichte Ziele lassen die Hoffnung allein in einem selbst zurück,

in der Sache beantwortet, als Vision leer, nur unbestimmt fragend im Hintergrund:

„War das Alles?“

 

„Die Hoffnung stirbt zuletzt!“, ein frommes Wort.

Am Ziel stirbt die Hoffnung einen grausamen Tod.

 

Deshalb waren die Märtyrer gute Psychologen, welche in keiner erfolgreich vollzogenen Handlung ein erreichtes Ziel verspürten, selbst ihr Tod soll ja nur als Mittel zum einem Ziel dienen.

Aufopferung für etwas, heisst bis zum letzten Atemzug zu hoffen.

Wie kleinlich, nur um das Ich nicht zu zerstören mit diesem in Hoffnung eingehn.

 

Nach jedem erreichtem Ziel ist der Anfang zu neuen Ufern schwerer,

nur das Ausruhen beginnt im Erreichtem langweilend zu schmerzen.

 

Wenn alle Phantasie zur Wirklichkeit wird, könnte man sich dann mal von diesem Hoffnungsorgasmus lösen und zu leben beginnen?

Oder ist das der Tod?

 

Die derzeitige Dekadenz, wenn sie mal vollständig ausgelebt würde, könnte zur Katharsis führen und dann sind wir vielleicht wieder mittendrin im Leben.

 

Einst gab es wenig Ziele und viel Phantasie, heute gibt es viel Phantasie und viele Wege diese zu Zielen umzuformen.

 

Bald gibt es nur noch Ziele und keine Phantasie.

Ein Loch nach dem anderen in das man fällt und sich mühsam aufrappelt.

 

Die Phantasie ist an Hoffnung gekoppelt, das sie einst Wirklichkeit werde.

Erreichte Ziele vermindern die Phantasie und als Hoffnung bleint dann nur das logisch lethargische Ableben, die Müdigkeit.

 

Ich will Ziele ohne Hoffnung, Ziele welche Phantasie vernichten und den Moment wieder aufwerten.

 

Opium fürs Volk ist etwas wertzuschätzen was nicht da ist.

 

Der Mensch ein verkleidetes Tier.

Uns hält das Tier vom Menschen ab, und der Mensch könnte so ein „gutes“ Tier sein.

31.12.2013

Überschreite nie die Grenzen mit Erkenntnis; und hast du sie nicht, so bleibe wo du fällst (Text von 1988)

 

Jetzt ist es soweit, ES hat es erreicht, die Nullzeit beginnt für mich.

Nachdem die Nächte dunkler geworden waren, und jener nahende Morgen, der Erkenntnis des  Schweigens, vorüber ist, bleibe ich was ich nie sein wollte.

 

Ja, – die Jagd ist beendet, die nach der Zeit, welche Zukunft und Vergangenheit gegeneinander ausgespielt hat.

Die „vielgerühmte“ Gegenwart ist eingezogen in mein Wesen, wenn auch die Erkenntnis der Freude der Gegenwart Genuss!

 

Höhnisch grinsend, in ihrer Hohlheit mich gefangen zu haben, in Egalität.

 

Der Phase des Selbstmordes ist die Phase der Aktion gewichen.

Doch auch dieser Phase der dunkelsten Nacht lässt sich zumindest noch Interesse abgewinnen.

Aber nun ist er da, jener Tag aus 80000 Stunden und dem doppelten Gleichsinn.

Oh, was muss das für ein Held sein, jener, der es geschafft hat sein Leben zu töten um zu EXISTIEREN.

 

Wehe dem der dies versteht, es wird ihn nicht mehr interessieren!

Nach jenem klaren Morgen, wo selbst die Sinnlosigkeit noch bedeutender war.