Physik und unendlicher Formenwandel
Wimpernschlag, Nietzsche Bewusstsein, Erinnerung
Wenn es keinen Wimpernschlag dauert, nach Nietzsche bis zum wieder neu leben, was ist dann ein Bewusstsein oder die vorübergehende Erinnerung?
“Ihr meint, ihr hättet lange Ruhe bis zur Wiedergeburt – aber täuscht euch nicht! Zwischen dem letzten Augenblick des Bewusstseins und dem ersten Schein des neuen Lebens liegt “keine Zeit” – es ist schnell wie ein Blitzschlag vorbei, wenn es auch lebende Geschöpfe nach Jahrbillionen messen und nicht einmal messen könnten. Zeitlosigkeit und Succession vertragen sich miteinander, sobald der Intellekt weg ist.” Nietzsche nachgelassene Fragmente NF-1881,11[318]
Staub, wie Omar Kayam sagen würde, aus dem wieder neue Trinkgefässe gemacht werden.
Die Phantasien übertreffen die Wirklichkeit und veröden in ihrer detaillierten Wiederholung.
In der Quantentheorie lässt sich der Standort, der Platz eines Elektrons nicht mehr fest bestimmen, zum einen hängt das vom Beobachter ab, zum anderen ist dies ein Abbild des Makrokosmos in welchem alles enthalten ist inklusive Zukunft und Vergangenheit, so wie im Mikrokosmos deshalb ein Elektron nicht mehr auf einem Punkt zu fixieren ist sondern sich überall befinden kann.
Die Illusion der Vernunft hat die Menschheitsgeschichte bestimmt, bisher aber zu keinem anderen Resultat geführt als sich gegenseitig zu bekriegen und gleichzeitig sinnlos zu vermehren. Müsste man mal Abstand nehmen von der hegelianischen – darwinistischen Theorie und den unendlichen Wandel der Formen aktzeptieren. Heute hier, morgen dort, gestern überall. Den Moment erleben, Pläne als Casinospiel ohne Bank betrachten. Kein Ziel erhaschen zu wollen, nur von einer vorübergehenden Antwort zur anderen stolpern. Es klingt wenig angesichts der pädagogischen und sozialen Erwartungen, aber es ist naheliegendste und pragmatischste. Lass die Rattenfänger einsammeln mithilfe der KI, ich vertraue noch nichtmals meinem Ich, obwohl ich es am besten kenne. Das Zutreffende kann ins gegenteil auslaufen und der Zufall unrealistische Begebenheiten kreieren. Wer dahinter eine Absicht vermutet hat sein Ich verkauft, nicht für den Preis des Überlebens, sondern für den Preis der Sklaverei.
Auf einer zeitweiligen Bühne des Lebenskaleidoskopes eine Rolle zu spielen, ohne Ziel, ohne Macht, da bleibt nur seine Persönlichkeit experimentell zu erkunden , auszuarbeiten und strukturiert zu durchleben.
Archetypen zu Monaden formen.
Wenn die Konstellation und Dinge immer wiederkehren, dann ist das in einem Leben Erfahrene eine Art von Sicherheit, wenn man denn zu den Dingen und Vorgängen steht, die man erlebt und erwirkt hat. Die Neugier könnte da einen Strich durch die immer wiederholte Rechnung machen. Und doch sind es die Varianten, Variationen eines Ichs, einer Seele, deren erlebte Fetzen wie Lumpen um einen herumhängen. Mal sind sie bunt und schillernd, mal grau und zerfranst. Diesseits oder jenseits des Ozeans bleiben wir immer Strandgut, welches zu anderen Zwecken geplündert wird als wir dachten. Um mit den Wellen gleiten zu können muss man erstmal gegen sie ankämpfen.