02.05.2026

Das Kaleidoskop der Möglichkeiten in der unendlichen Zeit

Wir sehen nur Facetten davon und erleben nur Ausschnitte. Wir ahnen ein Gesamtbild der Variationen, Möglichkeiten. 

Die ganzen Beziehungen von Kontakten, Verbindungen sind eine Ausgeburt des Determinismus.

Wollen wir für immer in dieser Sklaverei gefallen bleiben? Spielen mit den Variationen, den Situationen, die Variationen dem Determinismus entgegensetzen. 

Und doch die Wiederholung bleibt nicht aus. 

Wenn wir alles durchforstet haben sehen wir den Unsinn der Zeit.

Und kokketieren mit dem Gedanken es gäbe einen Sinn in unserem persönlichen Leben, – welch ein geradezu theologischer Selbstbetrug!

Die Menschheit hat sich immer etwas vorgegaukelt und bleibt das Tier, verkleinert, was in ihm wohnt. 

Was man will ist das eine, was man tut hat andere Gründe. 

Überall wird geworben für Kauf, Karriere, Anlagen, Fonds. Die Werbung überschattet unsere Individualität, wir werden als Konsumenten und Dienstleister behandelt, je nach Grad. 

Gesteuert von Logarithmen welche nur unsere Erinnerung wachrufen und daraus eine für uns zugemessene Zukunft kreieren wollen. 

Müde des Gestrauchels in der Zeit, es gibt nichts zu erreichen, nichts zu gewinnen. Alles wird einem weggenommen, nur die Illusionen und Fantasien bleiben, als letztes Sprungbrett in ein neues vergebliches Leben.

Der Wille zum Leben, – Schopenhauer. Der Wille zur Macht, – Nietzsche, beides absurd, Schopenhauer versackte im Buddhismus, Nietzsche hat es erkannt, konnte aber keine brauchbaren Schlussfolgerungen ziehen. Die Heiligkeit des Moments schwebte ihm vor, aber daran zerbrach sein Wille, der nach mehr strebte.

Was nicht da war. 

Wir sammeln die Momente in der Erinnerung, durchleben sie unzählige Male, und es wird nichts daraus, weil wir einen Anfang vermuten und ein Ende, – Irrglaube.

Es geht alles endlos weiter ohne Sinn und Verstand, ein wildes Experimentieren. Versuche um eine Zeitspanne zu überbrücken in welcher wir lebendig sind. 

Diese immer sterilere Gesellschaft, mit ihrem Sicherheitswahn, weissen Hemden, weissen Autos. Es ist die Einseitigkeit des Lebens, vorgeplant, dem Zufall keinen Raum lassend.

Geradlinig obwohl es weder eine perfekte Gerade ,noch einen perfekten Kreis gibt, ein Verrinnen in der absoluten geplanten Ordnung.

02.05.2026

Egalität

Das Dunkle und das Helle wird immer sein, mal gewinnt das eine mal das andere die Oberhand. Man wird beides ausleben, je nach Geduld noch in allen kleinsten Variationen. Und es wird Momente geben, wo das derzeitige Bewusstsein dieses unendliche Spiel erfasst und müde wird.

Alles muss verbessert, verschnellert, weiter perfektioniert werden, ein sinnloser Kampf gegen die Zeit welche alles zerdeppert. Etwas erreichen zu wollen liegt in der Natur vermutlich jedes Lebewesens, jeder Pflanze. 

Diese Aufgabe scheint im Lebenstrieb inbegriffen, das Lösen von Problemen zu sein. Was wir kurzfristig auch für eine kleine Periode erreichen können, aber keine Dauer hat. Also gewissermaßen eine völlig überflüssige Tätigkeit in der unendlichen Zeit.

Das Aufbäumen, eine Tätigkeit die nur mit dem Wunsch zur Freiheit verbunden werden kann. Man nannte es immer Kriminalität aber vielleicht war etwas anderes dahinter. Freiheit und Geld.

Freiheit mit weniger Geld könnte mehr wert sein als viel Geld ohne Freiheit. Wer zahlt bleibt sauber.

Alles ist nichts, deshalb gibt es nicht alles sondern immer nur Häppchen für eine kurze Weile oder eine Langeweile. Sich begnügen ist ein Anspruch welcher in Zeiten der Gier und Repräsentation ein schwerer Weg ist. Eine genügsame Auswahl in seinem Leben treffen zu können ist eine Kunst, an welcher ich immer noch arbeite. Der Rausch steht dem im Widerspruch, aber er verschafft mir die Konzentration mich mit dem zu beschäftigen was mir genügend erscheint.

Die Perfektionisten in ihrer Gier, die alles bis aufs letzte Detail organisiert und erarbeitet durchgeplant haben, fürchten den Verlust der unweigerlich körperlich kommen wird. Die Anderen das finanzielle Abseits, beide sind nur von Angst getrieben. Die Zeit heilt alle Wunden. Man braucht sich von ihr aber nicht verwunden lassen.

Ändern tut sich ständig alles. Deshalb ist der Bedarf der Menschheit immer etwas Neues schaffen zu wollen absurd. Ein Hasten nach immer schnellerer Veränderung, welche auch ohne die Menschen kommt, man könnte sich doch in einer Phase ausruhen, anstatt gierig rumzuhetzen um Sklave der Zeit zu werden. 

Im fast schon senilen Alter immer noch der Gier frönen zu wollen, oder mit aller Gewalt Macht ausüben zu wollen, und auf einem erreichten Posten verbleiben zu wollen, das ist Altersstarrsinn welcher der Umgebung der Menschheit nur schadhaft ist.

Der Sterblichkeit bewusst, sollte die Gemütlichkeit wieder einkehren.

Die ganze Hektik und Schnelligkeit führt nur zu Stress, wir sind keine Frösche im Milchtopf.

19.02.2026

Ameise oder Individuum?

Der Wille führt immer, konsequent durchgezogen, zu Ergebnissen die aber oft weder der Gesamtsituation oder den Vorstellungen entsprechen.

Der Wille als Motor zur Aktivität. Bei tiefer und kosmischer Betrachtung erlahmt entweder der Wille, oder er wird zu einem spielerischen Werkzeug.

Man wirft es weg, wenn es nicht mehr funktioniert das heißt wir reden nicht von einem Willen, wie Schopenhauer, sondern von unzähligen, entstehend aus dem einen Trieb immer wieder neue Ziele, Möglichkeiten, Variationen anzustreben.

Sich mehr oder minder ausschließlich auf ein Ziel zu fixieren, möge einige kurzfristig zum materiellen Erfolg geführt haben, dessen Genuss aber schnell durch die Sterblichkeit und der Langeweile, nach einem erreichten Ziel, schnell aufgehoben wird. Unbewusst begnügen sich deshalb die Meisten damit, ihren Willen Anderen, gesellschaftlichen und rechtlichen Forderungen unterzuordnen. Um eine Existenz für eine gewisse Zeit ohne zu große Mühen aufrecht zu erhalten, auch wenn man dafür die persönliche Freiheit im Handeln und Denken verkauft, einfacher ausgedrückt, sich für ein halbwegs angenehmes Leben versklaven lässt, prostituiert. 

Der Mut zur Selbstgestaltung seines Lebens kann nur aus dem Bewusstsein der Sterblichkeit entstehen.

Die Frage des Aufgebens von erst einzelnen Willensanstrengungen bis hin zur Willensaufgabe überhaupt, ist ein anderes vermutlich rein biologisches Feld.

Die Akten werden geschlossen mit dem Tod, die Stimmungen, Emotionen welche Handlungen zu Akten führen liessen verblassen, nur die Fakten bleiben als leere Hülsen im Raum stehen. Der Überschwang der Tat erstickt das Denken, pragmatische Pläne lenken von der Gesamtsituation der Menschheit und des sterblichen Ichs ab.

Ich rede nicht grundsätzlich gegen den Aktionismus welcher jedem Lebewesen im Blut liegt, – um “den Arsch an die Wand zu bekommen”, aber wir sollten die andere Sphäre der übergeordneten Zeit nicht außer acht lassen. Es ist ein Jonglieren, aber dafür braucht man mindestens zwei Bälle.

Die stupide Einseitigkeit des gewohnheitsbehafteten alltäglichen menschlichen Lebens ist erschreckend, wie das dümmliche Zitat was Martin Luther zugeschrieben wurde: “Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen!“

23.07.2025

Der Mensch wird benutzt.

Woran merkt er es wäre die erste Frage, – an den lebensnotwendigen Bedürfnissen für die er bestimmte Tätigkeiten in bestimmter Zeit zu erfüllen hat. Wenn dann noch irgendwann etwas Zeit übrig bleibt, überlegt man, was man noch machen könnte. Und so dreht sich das Hamsterrad immer weiter und nennt sich Zivilisation der menschlichen Gesellschaft.
Von alters her wiesen alle religiösen Führer jegliche Verantwortung von sich, sie schwafelten von einem höheren Wesen deren Aufgaben sie erfüllen hier auf Erden.
Also, auch diese selbst wurden nur benutzt müsste man heute sagen, von ihrer eigenen Gier.
Die Benutzung liegt nicht außerhalb von uns, sondern in uns mittendrin.

Warum die Gründe wozu wir etwas tun in den gewollten Dingen oder in dem Weg dahin alleine liegen, daran glaube ich nicht.
Es geht nicht um das Tun, Handeln, eher in der Möglichkeit ein freier Beobachter zu sein der sich selber nur zum Schauen benutzt hat.

Der Mensch wird benutzt von Menschen selbst am meisten, je fremder umso mehr. Anonyme Konzerne kontrollieren und prägen unser Konsumverhalten.
Wir werden benutzt von einer überbordenden Bürokratie, welche an ihrem Selbsterhalt als bestimmende Elite arbeitet, dabei bleibt die Wirtschaft nicht ausden vor.
Letztere spielt mit oder gegen gerade dort wo der grösste Gewinn zu erwarten ist.
Das alte hierarchische Pyramidenspiel und man muss die einfachen Menschen bei Laune halten, als Dienstleister mit Brot und Spielen oder mit Not und Kriegen.

Mir ist es scheissegal wer zuerst angegriffen hat, oder wie in der Bibel wer den ersten Stein geworfen hat.
Wenn wir nicht in der Lage sind darüber hinaus einen Blick in die wartezeit zu werfen sind wir erledigt bevor unsere etwas sonderbare Spezies zu einer er nüchternden Erkenntnis kommt:
Das alles Handelnm Raffen und Gieren kein Ende finden will und in sich mit der Zeit implodiert.

Warum also der ganze Aufwand, dafür gibt es seit tausenden von Jahren Ästheten welche die Schönheit der Formen in ihrem Kaleidoskop bewundert haben.
Daraufhin immer zurückgeworfen wird man mit der Ahnung etwas müde.
Und selbst wenn wir daran glauben würden dass eine irgendwie geartete höhere Instanz unsere schon vom Tier weit fortgeschrittene Erkenntnis in noch höherem Grade besitzen würde, so würde sie an dasselbe Problem stoßen wie an der russischen Matroschka, man findet immer etwas kleineres oder größeres, es kommt darauf an von welcher Seite man anfängt es zu betrachten.

21.07.2025

Wirklichkeit und Realität

Wie viel Zeit verbringen wir in unserem Leben und in Gedanken mit Planungen für eine irgendwie geartete detaillierte persönlich erstrebte Zukunft?
Die Wirklichkeit dient als Anlass, Ansporn sie weiterzuentwickeln im persönlichen ego-sinne. Im Moment, ohne Gedanken an Zukunft oder Vergangenheit, verbringen wir den geringsten Teil des Lebens, von den Träumen mal ganz zu schweigen.
Da ist das Tier ganz anders gestrickt. Genau genommen entfernen wir uns immer mehr von der Wirklichkeit des Momentes!
Wir tauchen immer tiefer ein in den Sumpf der virtuellen Möglichkeiten der erstrebten Wünsche welche mangels Realisierung sich im Internet spielen erschöpfen.
Dennoch verwirklichen wir diese Möglichkeiten auch in kleinen Teilen, im wesentlichen in der Anschaffung und Erhaltung von Dingen. Diese kleinen Erfolgserlebnisse erschaffen eine Sucht des Schaffens und Raffens.
Eine unermüdliche Tätigkeit nach der Suche, Erfüllung von was, – als Sterblicher?
Denn mit zunehmender Erkenntnis wird uns der kommende Tod bewusster als dem Tier, was daran vermutlich gar nicht denken kann.
Ein Spiel des Möchtens und des Scheiterns. Der Mensch gefällt sich bisher noch in dieser Sisyphus Tätigkeit, bis ihm daran irgendwann auch die Lust vergehen kann. Ermüdung, ein klassisches Phänomen in der Natur.

19.06.2025

Müdigkeit der Dekadenz als letzte Erkenntnis

Die Lösungslosigkeit der Existenz. Wenn das aus dem Unterbewusstsein ins Bewusstsein kommt, dann ist jede Moral obsolet. Wundern und wandern ziellos von dem Tag in die Nacht. Wo Träume die Wirklichkeit kreuzen. Ein Gemisch des Wahnsinns, mit Zivilisation oder Evolution hat es nichts zu tun!

Langsam mache ich mich schon innerlich bereit für die Reise nach dem Tod, wenig melancholisch, aber wissend dem Zufall des Formenwandels ausgesetzt, nicht wissend in welcher Zeit , Existenzform oder Ort ich wieder aufwachen werde. 

All das vergessen, und dann wieder neue Wahrnehmung zu Erkenntnissen verarbeiten, Erinnerungen anhäufen bis all das wieder zerrinnt. Die Bereitschaft zum Tod liegt in der Erkenntnis dass es nichts zu erreichen gibt. Da der Motor des Lebens aber unermüdlich weitergeht, kommt die Erkenntnis immer erst zum Ende einer Existenz, – wie z.B. beim Menschen. Die Ahnung ist ein Damoklesschwert unter dem wir leben. Kosmische Gerechtigkeit mag sein, aber wir können die Fälle der Formen nicht erinnernd überschauen. Und so meinen wir mitunter ungerechtfertigt zu leiden. Es gibt keine Rechtfertigung für das Leben.

02.04.2025

Aufbau, Zerstörung und Befriedigung

Ein unausgeglichenes Prinzip.
Wenn man so überlegt brauchen die meisten Tätigkeiten der Menschen mehr Zeit als die damit gewonnenen Produkte zu verbrauchen.
Z.b. das Essen kochen braucht wesentlich mehr Zeit und Vorbereitung als das Essen selbst.
Vermutlich ist dieses Missverhältnis bei allen menschlichen Dingen festzustellen, das heißt viel Aufwand für wenige Resultat, Genuss, Befriedigung.
Es ist wie mit den Mühen des Aufbaus und der kurzen kleinen Lust an der Zerstörung. Und bedenke die Mühen, Zeit, Energie welche in Waffen gesteckt werden, Raketen deren Sekunden lange Zerstörung den Orgasmus des Soldaten hervorrufen und dann bei einem Treffer wo noch mal das 10 bis 100-fache der Mühen, Energie der getroffenen Ziele aufgeboten wurde und in Asche zerstäubt die destruktive Seite gepaart mit Lusthass für einen Moment zu genießen.
Macht geht immer einher mit Zerstörung zu einem egoistischen Zweck. Nur die zwecklose Zerstörung kann den wahren Menschen zeigen. Aber zurück zum eigentlichen Thema, der Aufbau von Dingen, Konstrukten, welche unsere Zufriedenheit fördern, unser Glück steigern, unsere Lust vertiefen sollen, verschafft wiederum mehr Sklaven-ähnliche Dienste in einem pyramidalen System, dass die wenigen Feier- und Urlaubstage den Aufwand wohl kaum rechtfertigen. Das dennoch die Menschheit und teilweise auch das Tierreich an diesem unökonomischen Prozess festhält, ist verwunderlich.
Der 68er Versuch, eine nachträgliche Blamage.

Physikalisch gesehen oder gefragt braucht es mehr Zeit und Energie um Sternensysteme entstehen zu lassen als sie zu vernichten? Oder anders gefragt sind die kosmischen Kräfte pari pari das heißt für Aufbau und Abbau braucht man gleich viel Energie?
Wir sind ein Bestandteil des Kosmos warum sollten wir nicht darüber nachdenken denn es betrifft uns immerdar!

19.11.2024

Nochmal Betrachtungen über das Ich

Wir kommen noch mal zurück zur alten Frage was ist das Ich? Die alten Griechen haben diese Frage genau genommen gar nicht gestellt, vielleicht weil sie den Menschen immer in einer gesellschaftlichen Umgebung sahen und verstanden.
Vielleicht auch weil sie nicht an dem Ast sägen wollten auf dem sie sassen.
Die alten Chinesen haben es entweder nur soziologisch gesehen als Produkt der Väter, mit Ausnahme z.b von Yang Tschu, welcher, neben dem tatsächlichen Leben und Erleben des Ichs, alles andere, Ruhm, Ehre, Reichtum als Unsinn betrachtete. Laotse und der Taoismus es waren ihm das Ich eher etwas unwichtiges, wie auch die Inder, von dem man sich befreien sollte.
Descartes wiederum hat ihm eine grosse, gar alleinige Bedeutung zugewiesen, dass ich ist alles was wir haben, unser Bewusstsein, Denken, Empfinden, inwieweit ist noch einen Bezug zur Umgebung hat, bleibt bei ihm etwas fraglich.
Die Betrachtung des Entstehen eines Ichs hat die Materialisten zur Idee des Determinismus geführt, da der Anfang eines Ich nicht selbstbestimmt ist, wie sollte das folgende dann selbstbestimmt sein?
Der Buddhismus sieht das Ich als immer wieder auftretende leidende Seele, die Freuden die es mitunter auch gibt werden wie bei Schopenhauer als gering geachtet, deshalb man aus dem Kreislauf des Lebens herauszutreten hätte. C. G. Jung hat diesen Gedanken aufgegriffen unter der Annahme von Archetypen eine Art von Grundelementen in der Seele. Der Gedanke der Seelenwanderung taucht fast in allen Religionen auf. Was wandert da?
Anders gefragt , welcher Teil von mir von meinem aktuellen Ich, meiner Seele, bleibt nach dem Tode bestehen? Die Art der Betrachtung der Umgebung ? Die Art des Umgang mit der Umgebung ? Also das , was wir gemeinhin den Charakter , die psychologische Eigenart eines Wesens nennen würden?
Solange wir über Tiere und Menschen nachdenken, in welchen wir uns als Ich im Laufe der unendlichen Zeiten vorfinden könnten mit der jeweils immer ähnlichen Charaktereigenschaft, – denkbar.
Wenn wir diese Seelenwanderung aber auch auf Pflanzen, Steine, Sterne etc. ausdehnen wird es schon schwierig.
Könnte z.b der große Stern Erde auch als “eine” Seele betrachtet werden?
Auf dem wiederum unzählige Seelen wie Parasiten herumlungern? Wo sind die Grenzen einer Seele?
Wenn wir das Entstehen eines Ichs betrachten so spüren wir zu Beginn keinerlei Seele, sondern nur erbärmliche Abhängigkeit von den Eltern, den äußeren Umständen, welchen wir zu Beginn fast völlig tatenlos ausgeliefert sind.
Das heißt eine Seele in einem neu entstehenden Ich verbirgt sich völlig. Auch später kommen keine großartigen weit verzweigten historischen Erinnerungen an die möglichen vorzeitigen Existenzen auf. Weil sonst würde man allzu schnell das Lebens eines persönlichen Ichs in einem begrenzten Zeitraum als abgekartetes Spiel begreifen und möglicherweise dankend ablehnen und abtreten. Im Mittelalter fragte man sich, wird mit der Zeugung eines neuen Menschen auch eine neue Seele erzeugt? Oder ist dieses gezeugte Wesen nur eine Hülle für eine neue Form einer alten unendlichen Seele? Zweiteres ist naheliegend, da bei genauer Betrachtung die Lebenscharaktere und die Physiognomien der Menschen sich in der Menge wiederholen, gleichen. Alles in der unendlichen Zeit und ewigem Formenwandel gleicht und wiederholt sich, damit es all die feinen unzähligen Variationen ausarbeiten kann. Nach welchen Kriterien springt die Seele wieder in einen neuen entstehenden Körper um darin bis zu seiner materiellen Auflösung zu verbleiben? Hat die Seele Kriterien, oder probiert sie einfach nur wahllos aus?
Über die Zufälle mir Gedanken zu machen ist ähnlich wie sich über das Ich Gedanken zu machen.
Wenn der Zufall das dem Ich zugehörige bedeutet, dann wie viel ist dem Ich zugehörig?
Der Zufall ist eine Palette von Möglichkeiten die einem Ich in einer Zeitspanne zur Verfügung stehen.
Geradezu vorbereitet liegen sie vor einem.
Man kann wählen welche Facette des Ichs zum Vorschein kommen soll, kann.
Verschwindet sie gar, taucht sie völlig ein, verbindet sich in absoluter Identität mit einem Ich bis zu dessen Auflösung? Letzteres wäre noch am ehesten anzunehmen. Die Seele könnte somit eine gedankliche Hilfskonstruktion sein, um das immer wieder neue Entstehen von Ichs zu erklären. Die Seele hat keine Erinnerung, da Vergangenheit und Zukunft in ihr austauschbar verschmolzen ist.
Sie manifestiert sich in den unzähligen Ichs, welche über ihre Vergangenheit sinnieren und nach Zukunft haschen um ein paar gegenwärtige Momente zu erleben.

Das Reisen als Bewegung ist eine Multiplikation des Lebens, eine Beschleunigung des ewigen Formenwandels.

Bei den vielen Reisen verschwindet ein wenig das Denken an das eigene Ich, seine Vergangenheit, seine Zukunft,sein Tod.
Reisen ist gewissermaßen immer eine Flucht vor dem Ich.
Manchmal habe ich den Eindruck dieselben Handlungsweisen, Phänomene finden in unterschiedlichen Zeiten statt, dieselben Physiognomien und psychologische Typen tauchen auf und handeln mit unterschiedlichem Material in anderen Zeiten gleichermassen. Archetypen.
Die Charaktere bleiben dieselben, ob sich etwas nun mit Pferden, Kutschen, Autos bewegt, mit Segelschiffen oder Flugzeugen, nur wird alles immer schneller, hektischer und somit flüchtiger, oberflächlicher und fragmentarischer.
Mit der Schnelligkeit geht die Tiefe des Empfindens verloren. Die menschlichen Kontakt werden fade langweilig und schnell abgebrochen.
Sekundenbilder schauen, ein paar Sätze lesen und schon ist alles wieder vergessen, da im Sinneswahrnehmungswahn gleich das nächste Ereignis folgen muss, immer schneller, und am Schluss bleibt nichts mehr hängen und die Leere dehnt sich von innen aus.

Sollte mein, Ich, meine Seele, mein Archetypus den Beginn dieser Existenz je gewählt haben, ohne den Ausgang, das Ende zu kennen, so war es wohl kosmische Neugier die das gestaltet und angetrieben hat, was ich würde, bin, und war.
Ein Experiment von unzähligen, welches die rastlosen Seelen, Archetypen, Ichs durchleben.
Genug wird es nie sein, nirgendwo, zu keiner Zeit, das beweist uns die Natur.
Wenn wir müde werden kommt das Vergessen, und das ganze Spiel fängt von neuem an.
Deshalb lasse ich mich nicht von Angst oder Hektik antreiben, sondern durchziehe dieses im zunehmenden Alter mehr und mehr als Betrachter.
Das Schreiben ist ein Resultat meines Denkens und hindert mich daran verzweifelt zu werden, angesichts der totalen Hoffnungslosigkeit dieser kurzen Lebensspanne, und öffnet das Tor in die unendlichen Welten und Variationen, welche allerdings genauso vergehen.
Der Schlaf und das einhergehende Vergessen sind jedesmal schon so etwas wie eine Reinkarnation. Und genauso wird es der Tod sein.
Welche Existenzform dann kommt, da können wir entweder der Seele, dem archetypischen Ich vertrauen, das es klug einen neuen Anfang wählt, oder es wird gänzlich dem Zufall überlassen sein, dann willkommen im Kasino.
Genau genommen kennen wir unsere Seele, unser Ich, unseren Archetypus überhaupt nicht!
Wir kennen nicht seine Auswahl von Existenzen, Formen.
Wir kommunizieren so gut wie gar nicht mit dieser übergeordneten Psyche, sondern werden von ihr weitgehend gesteuert.
Viele sträuben sich dagegen, ich versuche den Weg des geringsten Widerstandes gegen die Seele, das Überich, den Archetypus, dafür kämpfe ich gegen die Zeitumstände der kurzen Lebensspanne, die meine Seele mein Ich, meinen Archetypus blockieren wollen.
Ich zügele kaum mein Ich sondern versuche für es freie Bahn zu schaffen.
Manchmal leidet mein kleines begrenztes Ich in dieser kurzen Lebensspanne darunter, und manchmal geht es kongruent mit dem Überich, und dann erst hat man die wenigen Momente erreicht, wo man kurzfristig das Gefühl hat im Leben angekommen zu sein.
Es war schon alles da, immer, nur die Abfolge könnte in meiner Hand liegen, wann wir was wiederholen oder variieren.
Jetzt kommt das Alter, die Sexualität entschwindet, aus Mangel an Gelegenheit und Appetitlosigkeit am vorgefundenen. Und daraus resultierend die Verminderung der Libido.
Was bleibt zu tun die letzten Jahre?
Mein Erfahrungen weitergeben? Für wen, für was?
Vielleicht die destruktive Lust spüren am Untergang und Selbstverstümmelung und Selbstvernichtung der Menschheit?
Begleitend mit Alkoholismus und Rausch?
Ich sehe da keine anderen Optionen, ausser von Reisen, denen ich bald körperlich nicht mehr gewachsen bin.
Ruhm, Ehre, Reichtum, … Da scheisse ich drauf im Sinne von Yang Tschu.

Viele Menschen erinnern sich genau an die einzelnen Vorgänge und Erlebnisse in ihrem Leben mit vielen unzähligen Details. Ich wiederum kann mich nur an bedeutende Ereignisse erinnern und selbst da bin ich nicht besonders gut im Detail. Weil für mich das Leben nur ein vorübergehender Vorgang ist der sich mit größter Wahrscheinlichkeit irgendwann auch wiederholen wird.

19.11.2024

Falscher Trost

Kann ein kleines Übel durch ein größeres Übel in der Wahrnehmung verkleinert werden? Ich denke ja, aber das ist ein völlig destruktiver Vorgang, den die Menschheit auf der Erde praktiziert. In der pragmatischen Tatsache wird es nicht verkleinert, aber im Bewusstsein relativiert, im Vergleich zum größeren übel. Man geht nicht zu den Wurzeln der Übel, aus kleinen werden größere. Wenn man sich mit den kleineren Übeln arrangieren kann, dann versteht man die Polarität des Auf und Ab.
Differenzen stärken, das ist das Prinzip des Lebens, probieren mit aller Extremität. Dazwischen mag es kleine Ruhepunkte geben. Und das ist alles was man als Individuum erleben kann, die Ruhe und die Extreme.
Der hegelsche Gedanke das dann irgendwann die Menschheit sich wichtiger nimmt als das Individuum, wird auch diesem Konglomerat von versklavten Individuen nicht zur Ewigkeit verhelfen. Sondern am Schluss werden sie trudelnd und ziellos in der Unendlichkeit zerstieben.

Alles war in Aufruhr keiner besann sich auf den gesunden Menschenverstand, und die Erde explodierte. Für einen kurzen Moment bis sie erkaltend verlöscht in der schwindenden Sonne. Und die Menschheit die ein Star war, ist vergessen im Strom der Zeit und wartet auf den Neubeginn. Und es könnte nur eine Wiederholung sein. Es liegt an uns, den Träumen und Phantasien eine Richtung zu geben, immer wieder in eine andere Welt. Nichts ist einmalig in der unendlichen Zeit, wir können nur die Sequenzen wählen, in unserer kurzen Lebensspanne, gewiss der unzähligen anderen Variationen. Was wir hatten und erlebt haben war schon immer da, nur die Abfolge können wir variieren. Mit diesem Bewusstsein kommen wir wieder zum Moment!
Den auszuleben, mit allen Chancen und Tücken ergreifen, oder Beobachter der Vielfältigkeit sein, und vorbereiten, nicht alles was möglich ist müssen wir in einem Leben verwirklichen.
Die Hast und Gier kann mit so einer Einstellung behoben werden.

12.05.2024

Petrischale

Letztlich kommt mir bei der Gesamtsituation auf dieser Erde betreffend die Menschen und ihren zivilisatorischen Fortschritt verbunden mit der perfekten Kommunikationstechnologie immer wieder der Gedanke den ich schon in den frühen 80er Jahren in Braunschweig im Schlosspark geäußert habe.

Könnte es vielleicht sein, dass das was wir hier auf der Erde erleben nichts anderes ist als eine Petrischale in einem universalen Laboratorium, mit einer Kultur die man Menschen nennt, um zu prüfen was wird daraus entstehen oder wie wird sie vergehen, das würde nicht einen Schöpfer beinhalten sondern nur ein etwas intelligenteres Leben über unseres hinaus.
Nun und wenn es selbst eine Petrischale ist in der wir uns befinden, und untersucht werden, mit Präparaten versehen werden die unsere Reaktionen verändern und steuern, so liegt doch auch in diesem kleinen Reagenzglas oder der Petrischale immer noch die unberechenbare Entwicklung der kleinen Teilchen.
Nicht das sie den gesamten Prozess umwerfen oder stören sondern dass sie ihrem Schein der Wirklichkeit folgen und diese gestalten wie sie in dieser kleinen Petrischale möglich sein wird.
Vielleicht in dem Moment wo die Petrischale ausgegossen wird bekommen wir eine leichte Ahnung von den Zusammenhängen aus denen wir entstanden und vergehen, und das ist nicht die Vortsellung eines Gottes, sondern eines Prinzips. Wenn wir uns da nicht nicht in einem Matroschka Labyrinth des intergalaktischen Chemielabors verirrt haben.
Selbst der Irrweg ist ein Weg, und da ja anscheinend nach gängiger Auffassung immer nur der Weg das Ziel sein soll, könnte Irren eines der interessantesten Pfade sein.
Denn was ist letzlich die Existenz eines Lebewesens, wenn es den je zu etwas Bewusstsein kommt, ein organisiertes Herumirren in den Turbulenzen der Zeit, unter mehr oder minder unbewusstem Einsatz seiner vergänglichen Formen.

Was ist die Zeit?

Ein gallopierendes Pferd ohne Reiter, weil alle über kurz oder lang abspringen oder abgeworfen werden. – wohin, wäre die logische Frage.

In etwas ausserhalb, in die Substanz welche immerwährend sich in die Zeit ergiesst.

Substanz als Sammelbegriff für das was wir Energie/Materie nennen.

Substanz und Zeit sind voneinander vollständig abhängig, so wie Yin und Yang, Gut und Böse, Schwarz und Weiss …

Das ist das Gemisch für den ewigen Motor des Formenwandels.

Und ich als kleiner kurzfristiger Spielball dazwischen mit meiner beschränkten individuellen Logik und Phantasie und den denoch oft kurzweilig funktionierenden Handlungen.

Die Menschen wollen alle soviel und erschöpfen sich in ihrem Wollen und Streben um nicht über Obiges nachdenken zu müssen.

Also sind sie immer dabei das Pferd von hinten aufzuzäumen.