Ameise oder Individuum?
Der Wille führt immer, konsequent durchgezogen, zu Ergebnissen die aber oft weder der Gesamtsituation oder den Vorstellungen entsprechen.
Der Wille als Motor zur Aktivität. Bei tiefer und kosmischer Betrachtung erlahmt entweder der Wille, oder er wird zu einem spielerischen Werkzeug.
Man wirft es weg, wenn es nicht mehr funktioniert das heißt wir reden nicht von einem Willen, wie Schopenhauer, sondern von unzähligen, entstehend aus dem einen Trieb immer wieder neue Ziele, Möglichkeiten, Variationen anzustreben.
Sich mehr oder minder ausschließlich auf ein Ziel zu fixieren, möge einige kurzfristig zum materiellen Erfolg geführt haben, dessen Genuss aber schnell durch die Sterblichkeit und der Langeweile, nach einem erreichten Ziel, schnell aufgehoben wird. Unbewusst begnügen sich deshalb die Meisten damit, ihren Willen Anderen, gesellschaftlichen und rechtlichen Forderungen unterzuordnen. Um eine Existenz für eine gewisse Zeit ohne zu große Mühen aufrecht zu erhalten, auch wenn man dafür die persönliche Freiheit im Handeln und Denken verkauft, einfacher ausgedrückt, sich für ein halbwegs angenehmes Leben versklaven lässt, prostituiert.
Der Mut zur Selbstgestaltung seines Lebens kann nur aus dem Bewusstsein der Sterblichkeit entstehen.
Die Frage des Aufgebens von erst einzelnen Willensanstrengungen bis hin zur Willensaufgabe überhaupt, ist ein anderes vermutlich rein biologisches Feld.
Die Akten werden geschlossen mit dem Tod, die Stimmungen, Emotionen welche Handlungen zu Akten führen liessen verblassen, nur die Fakten bleiben als leere Hülsen im Raum stehen. Der Überschwang der Tat erstickt das Denken, pragmatische Pläne lenken von der Gesamtsituation der Menschheit und des sterblichen Ichs ab.
Ich rede nicht grundsätzlich gegen den Aktionismus welcher jedem Lebewesen im Blut liegt, – um “den Arsch an die Wand zu bekommen”, aber wir sollten die andere Sphäre der übergeordneten Zeit nicht außer acht lassen. Es ist ein Jonglieren, aber dafür braucht man mindestens zwei Bälle.
Die stupide Einseitigkeit des gewohnheitsbehafteten alltäglichen menschlichen Lebens ist erschreckend, wie das dümmliche Zitat was Martin Luther zugeschrieben wurde: “Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen!“